Mutter nach der Geburt mit neugeborenem im Arm
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Weniger Geburten, Bevölkerung schrumpft leicht

In Baden-Württemberg werden immer weniger Kinder geboren. Zugleich zeigt eine neue Auswertung des Statistischen Landesamts: Bei den Geburtenraten nähern sich Stadt und Land zunehmend an.

Die Geburtenzahlen in Baden-Württemberg gehen weiter zurück. Im Jahr 2025 kamen nach Angaben des Statistischen Landesamts insgesamt 94.061 Kinder zur Welt. Das waren knapp 3.500 weniger als im Jahr zuvor. Besonders deutlich wird die Entwicklung im längerfristigen Vergleich: 2021 wurden noch rund 113.500 Kinder geboren – binnen vier Jahren ist die Zahl damit um fast 19.500 beziehungsweise rund ein Sechstel gesunken.

Auch die sogenannte zusammengefasste Geburtenziffer ist weiter gefallen. Sie gibt vereinfacht an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn das Geburtenverhalten eines bestimmten Jahres dauerhaft bestehen bliebe. 2025 lag dieser Wert in Baden-Württemberg bei 1,35 Kindern je Frau, nach 1,39 im Jahr zuvor und 1,63 im Jahr 2021. Damit liegt das Land deutlich unter dem sogenannten Bestandserhaltungsniveau von etwa 2,1 Kindern je Frau. Zuletzt wurde dieser Wert in Baden-Württemberg 1970 erreicht.

In städtischen Gemeinden etwas mehr Kinder geboren als in Ländlichen. Das Land holt aber auf.  

Die neue Auswertung des Statistischen Landesamts richtet den Blick auch auf regionale Unterschiede. Gemessen an der Einwohnerzahl lag die Geburtenrate 2025 in städtischen Gemeinden bei 8,38 Lebendgeburten je 1.000 Einwohner, in ländlichen Gemeinden bei 8,05. Damit werden nach dieser Kennzahl in städtischen Gemeinden inzwischen geringfügig mehr Kinder geboren als auf dem Land.

Bemerkenswert ist vor allem die Entwicklung über die vergangenen zehn Jahre. 2015 kamen die städtischen Gemeinden noch auf 9,33 Geburten je 1.000 Einwohner, die ländlichen auf 8,26. Während die Geburtenrate auf dem Land seitdem vergleichsweise wenig zurückging, sank sie in den städtischen Gemeinden deutlich stärker. Das Statistische Landesamt sieht deshalb eine zunehmende Annäherung zwischen städtischen und ländlichen Regionen.

Das Landesamt zählt zu den städtischen Gemeinden in dieser Auswertung nicht nur Groß- und Mittelstädte, sondern auch Klein- und Kleinstädte. Lediglich die als „Landgemeinden“ eingestuften Kommunen bilden die Gruppe der ländlichen Gemeinden.

Heilbronn mit höchster Geburtenrate

Auch zwischen den Stadt- und Landkreisen sind die Unterschiede beträchtlich. Die höchste Geburtenrate gemessen an der Einwohnerzahl verzeichnete 2025 der Stadtkreis Heilbronn mit 9,48 Geburten je 1.000 Einwohner. Am anderen Ende der Skala lag Baden-Baden mit lediglich 6,41. Unter den ländlich geprägten Kreisen lag der Alb-Donau-Kreis mit 8,90 Geburten je 1.000 Einwohner an der Spitze. Den niedrigsten Wert dieser Gruppe wies der Landkreis Waldshut mit 7,01 auf.

Noch einmal anders sieht das Bild aus, wenn nicht die Gesamtbevölkerung, sondern die durchschnittliche Kinderzahl je Frau betrachtet wird. Hier zeigt sich nach Angaben des Landesamts weiterhin ein traditionelles, wenn auch nicht mehr durchgängiges Land-Stadt-Gefälle. In den meisten ländlich geprägten Regionen bekommen Frauen im Durchschnitt mehr Kinder als in den Städten.

Spitzenreiter war 2025 der Landkreis Rottweil mit 1,71 Kindern je Frau. Dahinter folgten die Landkreise Göppingen, Heilbronn und der Main-Tauber-Kreis mit jeweils 1,53 sowie Schwäbisch Hall und der Alb-Donau-Kreis mit jeweils 1,52. Die niedrigsten Werte wurden dagegen ausschließlich in Stadtkreisen festgestellt: Heidelberg lag bei 0,97 Kindern je Frau, Freiburg bei 1,05, Karlsruhe bei 1,07 und Stuttgart bei 1,11.

Warum werden weniger Kinder geboren?

Für die regionalen Unterschiede nennt das Statistische Landesamt mehrere mögliche Erklärungen. Besonders niedrige Geburtenziffern in Hochschulstädten wie Heidelberg oder Freiburg hängen demnach unter anderem damit zusammen, dass dort viele jüngere Frauen leben, die sich noch im Studium oder am Beginn ihres Berufslebens befinden und eine Familiengründung häufig erst später erfolgt. Auch die unterschiedliche Zusammensetzung der Bevölkerung spielt eine Rolle. So lag die Geburtenziffer ausländischer Frauen 2025 mit 1,68 deutlich über dem Wert deutscher Frauen von 1,26.

Für den allgemeinen Rückgang der Geburten nennt das Landesamt ebenfalls mehrere mögliche Faktoren. Bis 2021 war die Geburtenziffer zunächst auf den höchsten Stand seit rund 50 Jahren gestiegen. Dazu könnte unter anderem der Ausbau der Kinderbetreuung beigetragen haben. Zuletzt habe sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf jedoch teilweise wieder verschlechtert, etwa durch Personalengpässe und Einschränkungen in Kindertageseinrichtungen. Hinzu kämen finanzielle Belastungen wie gestiegene Wohnkosten und höhere Kita-Gebühren in vielen Kommunen.

Die Entwicklung hat auch Folgen für die Bevölkerungsentwicklung insgesamt. Den rund 94.100 Geburten standen 2025 etwa 117.500 Sterbefälle gegenüber. Erstmals seit 2009 konnte auch die weiterhin positive Wanderungsbilanz dieses Geburtendefizit nicht mehr ausgleichen: Die Einwohnerzahl Baden-Württembergs sank 2025 somit um rund 7.100 Menschen auf 11,24 Millionen.

Weitere Informationen finden Sie beim Statistischen Landesamt.