Modernes Rechenzentrum für Cloud computing. Ein langer Gang mit serverregalen
Baden-Württemberg plant ein gemeinsames Rechenzentrum, um die Verwaltungsdigitalisierung zu beschleunigen.
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Gemeinsames Rechenzentrum für Landes- und Kommunal-IT geplant

Viele Kommunen sind bei der Digitalisierung ihrer Bürgerservices bereits weit vorangekommen. Doch oft scheitert es noch an den IT-Strukturen des Landes und Bundes, um die vollständige OZG-Umsetzung zu erreichen. Nun sollen auf Landesseite weitere Schritte Abhilfe schaffen.

Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg hat ein klares Signal gesetzt: Die IT-Strukturen von Land und Kommunen sollen künftig deutlich enger verzahnt werden. Herzstück der Pläne ist ein gemeinsames Rechenzentrum, das die digitale Infrastruktur für beide Verwaltungsebenen bündeln soll.

Was ist in Sachen neues Rechenzentrum geplant?

Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung nimmt die Verwaltungsdigitalisierung einen prominenten Platz ein. Neben einer grundlegenden Neuordnung der Landes-IT sieht das Programm eine umfassende IT-Konsolidierung vor – inklusive eines gemeinsamen Rechenzentrums, das Landes- und Kommunal-IT unter einem Dach zusammenführen soll. Ergänzt wird das Vorhaben durch den Aufbau einer durchgängigen IT-Architektur sowie eine intensivierte Zusammenarbeit mit dem kommunalen IT-Dienstleister Komm.ONE.

Komm.ONE, als Anstalt des öffentlichen Rechts die zentrale IT-Dienstleisterin für die Kommunen im Land, begrüßt diese Ausrichtung ausdrücklich. Das Unternehmen sieht darin eine Weichenstellung, die eine schnellere und nachhaltigere Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung ermöglichen kann. Ein gemeinsames Rechenzentrum hätte das Potenzial, Synergien zu heben, Doppelstrukturen abzubauen und die Datensicherheit zu erhöhen. Gerade kleinere Kommunen, die ihre IT-Ressourcen nicht problemlos allein stemmen können, könnten von einer starken gemeinsamen Infrastruktur profitieren.

Fahrplan für Onlinedienste: Was sind die nächsten Meilensteine?

Noch in diesem Jahr soll ein sogenanntes Zukunftsbündnis zwischen Land und Kommunen auf den Weg gebracht werden – der Zieltermin ist Ende 2026. Flankiert wird das durch die bereits im Frühjahr 2026 unterzeichnete E-Government-Vereinbarung, mit der Land und Kommunen konkrete Schritte zur gemeinsamen Online-Verwaltung festgelegt haben und für die das Land weitere zehn Millionen Euro zur Verfügung stellt. Ein weiterer Baustein ist die geplante Finanzierung des flächendeckenden Rollouts der Online-Dienste aus dem Onlinezugangsgesetz (OZG). Aus kommunaler Sicht ist diese Finanzierungszusage angesichts angespannter Haushaltslage eine Grundvoraussetzung dafür, dass die Digitalisierung weiter in die Fläche kommt.

Verwaltungsmodernisierung: Klare Zuständigkeiten als Erfolgsfaktor

Damit das Vorhaben nicht in bürokratischen Abstimmungsschleifen versandet, werden verbindliche Governance-Strukturen. Roland Bernhard, Verbandsvorsitzender des Zweckverbands 4IT und Verwaltungsratsvorsitzender der Komm.ONE, betont, dass nur klar geregelte Zuständigkeiten und verlässliche Strukturen eine schnelle und effiziente Umsetzung der gemeinsamen Ziele ermöglichen. Auf Landesseite soll die Steuerung der übergeordneten Digitalisierungs- und IT-Vorhaben beim Innenministerium konzentriert werden. Dort wird auch die designierte Chief Information Officerin (CIO) und Chief Digital Officerin (CDO) Ronja Kemmer angesiedelt sein, die die bislang getrennten Zuständigkeiten für IT- und Digitalstrategie zusammenführen soll. Fachspezifische Verfahren und das operative Geschäft verbleiben hingegen in den jeweiligen Ressorts.

Noch sind viele Details offen. Dennoch lohnt es sich sicherlich für Kommunen, die Entwicklungen im Blick zu behalten.