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Land baut Radwege aus – 52 neue Projekte starten 2026

Ab 2026 sollen im Land zahlreiche neue Radwege entstehen. Grundlage ist der Bedarfsplan von 2023. Ziel: mehr Sicherheit, bessere Verbindungen und ein alltagstaugliches Netz.

Baden-Württemberg baut sein Radwegenetz weiter aus. Laut einer Pressemitteilung des Verkehrsministeriums vom Montag sind aktuell 17 Projekte mit rund 32 Kilometern im Bau. Ab 2026 sollen weitere 52 Maßnahmen mit insgesamt etwa 57 Kilometern starten. Damit setzt das Land seinen Bedarfsplan konsequent um, der seit 2023 Schritt für Schritt abgearbeitet wird.

Ziel ist es, bis 2030 rund 860 Kilometer Radinfrastruktur entlang von Bundes- und Landesstraßen zu verbessern. Langfristig geht die Strategie noch weiter: Bis 2040 sollen etwa 2.000 Kilometer neue Radwege entstehen. Der Fokus liegt dabei auf sicheren, durchgängigen Verbindungen – auch für längere Strecken im Alltag.

Verkehrsminister Winfried Hermann betont die Bedeutung der Infrastruktur: Radwege würden nicht nur die Mobilität verändern, sondern auch Lebensqualität schaffen. Mehr Menschen sollen das Fahrrad im Alltag nutzen können – ob für den Weg zur Arbeit oder in der Freizeit.

Radschnellwege im Fokus

Ein Schwerpunkt liegt auf Radschnellverbindungen. In Baden-Württemberg sind derzeit 24 solcher Strecken in Planung – mehr als in jedem anderen Bundesland. Diese Wege sind besonders breit, verlaufen möglichst direkt und haben wenige Stopps. Ziel ist nicht Höchstgeschwindigkeit, sondern ein zügiges und zuverlässiges Vorankommen. Der Bund unterstützt den Ausbau mit rund 45 Millionen Euro.

Der Ausbau soll vor allem Lücken im bestehenden Netz schließen. Bisher müssen Radfahrer oft auf stark befahrene Straßen ausweichen. Künftig sollen entlang von Bundes- und Landesstraßen durchgehende Radwege entstehen. Gleichzeitig wird das bestehende Netz – das sogenannte RadNETZ – dichter und besser verknüpft.

Auch die Qualität spielt eine Rolle. Das Land überprüft regelmäßig den Zustand der Wege und plant auf dieser Basis Sanierungen und Verbesserungen. Ziel ist ein hoher Standard bei Komfort und Sicherheit.

Investitionen laufen bereits

Bereits im vergangenen Jahr wurden rund 38 Kilometer Radwege neu gebaut oder ausgebaut. Dafür haben Bund und Land etwa 36,5 Millionen Euro investiert. Dieser Kurs soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Für Kommunen eröffnet der Ausbau zusätzliche Spielräume: Sie können eigene Radverkehrsprojekte mit Unterstützung des Landes umsetzen. Zentrale Grundlage ist das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz Baden-Württemberg (LGVFG), über das Neubau, Ausbau und Lückenschlüsse im Radwegenetz gefördert werden.

Auch kombinierte Maßnahmen, etwa zur Erhöhung der Verkehrssicherheit oder zur besseren Anbindung an den ÖPNV, sind förderfähig. Die Zuschüsse sind dabei oft so ausgestaltet, dass sie einen Großteil der Kosten abdecken. Für Städte und Gemeinden wird es damit deutlich einfacher, das eigene Radwegenetz gezielt zu verbessern und an übergeordnete Verbindungen anzuschließen.