grafiken die abwärts zeigen, davor ein Mensch der sich verzewiefelt an den kopf fasst.
Derzeit ein schwieriger Job: Deutschlands Kämmerinnen und Kämmerer blicken so pessimistisch in die Zukunft wie selten zuvor.
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Kommunen blicken sehr pessimistisch auf ihre Finanzen

Erste Ergebnisse des KfW-Kommunalpanels 2026 belegen eine erneute deutliche Verschlechterung der kommunalen Finanzsituation. 91 Prozent der befragten Kommunen erwarten auf Fünfjahressicht eine negative Haushaltsentwicklung.

Die finanzielle Lage der deutschen Kommunen verschlechtert sich weiter dramatisch. Das zeigen erste Ergebnisse des KfW-Kommunalpanels 2026, der jährlichen Befragung kommunaler Kämmereien, die das Deutsche Institut für Urbanistik (difu) im Auftrag der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durchführt. Im ersten Quartal 2026 wurden insgesamt 2.904 Kommunen mit mehr als 2.000 Einwohnern befragt. Die Rücklaufquote lag bei 37 Prozent. Die vollständigen Ergebnisse des KfW-Kommunalpanels 2026 werden voraussichtlich im Juni veröffentlicht.

KfW-Kommunalpanel 2026: Trübe Stimmung in den Rathäusern

Laut den ersten Ergebnissen bewerten nur noch zwölf Prozent der Kommunen ihre aktuelle finanzielle Lage als sehr gut oder gut. Dies entspricht einem Rückgang von elf Prozentpunkten gegenüber 2022. Auf der anderen Seite bezeichnen 69 Prozent der Kämmerer die wirtschaftliche Situation ihrer Kommune als ausreichend oder mangelhaft. 2022 waren es noch 48 Prozent, 2024 bereits 60 Prozent.

Der Blick nach vorne ist laut der repräsentativen Umfrage nicht weniger düster: Vier von fünf Kommunen erwarten für das laufende Haushaltsjahr eine eher nachteilige oder sehr nachteilige Entwicklung ihrer Finanzen. Auf Sicht von fünf Jahren rechnen sogar 91 Prozent der Befragten mit einer negativen Entwicklung.

Sondervermögen als Hoffnungsschimmer

Trotz der angespannten Lage gibt es laut den Studienautoren einen Lichtblick: das Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität. Rund 22 Prozent der Kommunen gehen davon aus, dass das Sondervermögen ihnen bereits im Jahr 2026 einen Mehrwert bei ihren Investitionen bringt. Für 2027 steigt dieser Anteil auf 38 Prozent.

Bei der Verwendung der Mittel zeichnen sich klare Prioritäten ab: Etwa jede zweite der bereits 2026 planenden Kommunen will die Gelder in Straßen und Schulinfrastruktur investieren, dicht gefolgt von Brand- und Katastrophenschutz. Jeweils ein Drittel plant Investitionen in Kinderbetreuung und Sport. In konkreten Zahlen ausgedrückt: Die Kommunen wollen durchschnittlich 24 Prozent der Mittel für Schulen aufwenden, 22 Prozent für Straßen, 18 Prozent für den Brand- und Katastrophenschutz und 10 Prozent für Kinderbetreuung.

Strukturreform statt Einmalspritzen gefordert

KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher ordnet die Ergebnisse kritisch ein: Die Mittel aus dem Sondervermögen seien zwar eine willkommene Unterstützung, angesichts der großen Investitionsrückstände aber „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Um die Kommunen dauerhaft in die Lage zu versetzen, ihre Infrastruktur aus eigener Kraft zu erhalten, brauche es strukturelle Reformen der Gemeindefinanzen – und keine vorübergehenden Finanzspritzen.

Weitere Informationen zu den vorläufigen Ergebnissen finden bei der KfW.