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270 Millionen Euro für Städte und Gemeinden: Land fördert 319 Maßnahmen im Städtebau

Mehr Wohnraum, stärkere Ortskerne, Klimaanpassung und neue Nutzung für Brachen: Das Land Baden-Württemberg stellt 2026 über 270 Millionen Euro für die Städtebauförderung bereit. Kommunen profitieren breit – stehen finanziell aber weiter unter Druck.

Rund 270,63 Millionen Euro stellt das Land Baden-Württemberg im Jahr 2026 für die Städtebauförderung bereit. Gefördert werden 319 städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen in 283 Städten und Gemeinden. Das teilte das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Anfang Februar mit. Rund 104 Millionen Euro stammen aus Bundesmitteln.

Nach Angaben des Ministeriums sollen mit den bewilligten Maßnahmen in den kommenden Jahren rund 22.800 neue Wohnungen entstehen. Zusätzlich sollen etwa 9.700 Wohnungen modernisiert werden. Neben dem Wohnungsbau stehen die Stärkung von Ortskernen, die Aktivierung von Gewerbebrachen sowie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel im Mittelpunkt.

Die Städtebauförderung sei ein breit aufgestelltes Programm, das Kommunen seit Jahrzehnten bei der Bewältigung struktureller Herausforderungen unterstütze. Gefördert werden unter anderem öffentliche Räume, Grün- und Freiflächen, soziale Infrastruktur sowie die energetische Sanierung von Gebäuden.

Wohnraum, Ortskerne und Klimaanpassung im Fokus

Ein zentraler Schwerpunkt des Programms liegt erneut auf der Schaffung und Sicherung von Wohnraum. Bestehende Gebäude sollen modernisiert, leerstehende Immobilien umgenutzt und innerörtliche Flächen aktiviert werden. Mehrere Kommunen planen größere Neubau- und Nachverdichtungsprojekte in bestehenden Sanierungsgebieten.

Zugleich unterstützt das Programm die Aufwertung von Stadt- und Ortskernen. Marktplätze, Straßenräume und zentrale Gebäude sollen attraktiver gestaltet und wieder stärker als Orte der Begegnung genutzt werden. Auch kulturelle, soziale und generationenübergreifende Nutzungen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Ein weiterer Förderschwerpunkt ist die klimaverträgliche Stadtentwicklung. Kommunen investieren unter anderem in Grün- und Freiflächen, Maßnahmen zur Kühlung von Innenstädten, energetische Sanierungen sowie in nachhaltige Mobilität. Ziel ist es, Städte und Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

Darüber hinaus bleibt die Reaktivierung von Gewerbebrachen ein wichtiger Baustein der Städtebauförderung. Ehemalige Industrie- oder Krankenhausareale werden in mehreren Kommunen zu neuen Wohn- und Mischquartieren entwickelt.

Gemeindetag: Förderung wichtig – Finanzlage bleibt kritisch

Der Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, Steffen Jäger, begrüßt die erneute finanzielle Unterstützung von Bund und Land. Die Mittel flössen in ganz konkrete Maßnahmen vor Ort, etwa in die Wohnraumschaffung, die Stärkung von Ortskernen und die Entwicklung von Gewerbeflächen.

Gleichzeitig macht der Gemeindetag deutlich, dass die Städtebauförderung allein die strukturellen Probleme nicht lösen kann. Viele Kommunen stünden finanziell „mit dem Rücken zur Wand“ und seien an der Grenze ihrer Handlungsfähigkeit angelangt. Hinzu komme, dass die Kommunen einen erheblichen Teil der Mittel für die geförderten Maßnahmen selbst aufbringen müssten.

Aus Sicht des Gemeindetags braucht es daher zusätzliche strukturelle Maßnahmen zur Stabilisierung der Kommunalfinanzen, damit notwendige Investitionen auch langfristig umgesetzt werden können.

Hinweis: Förderprogramm für Unternehmen im Ländlichen Raum

Ergänzend zur Städtebauförderung hat das Land die nächste Runde des Programms „Spitze auf dem Land! – Technologieführer für Baden-Württemberg“ gestartet. Das Programm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen im Ländlichen Raum und fördert Investitionen in Gebäude, Maschinen und Anlagen zur Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen.

Auch wenn sich die Förderung direkt an Unternehmen richtet, ist sie für Kommunen relevant. Ziel ist es, Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovationskraft im Ländlichen Raum zu stärken. Die Anträge werden über die Gemeinden in Zusammenarbeit mit den Unternehmen gestellt. Bewerbungen sind noch bis 28. Februar 2026 möglich.