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Trendwende im Wohnungsbau – doch der Weg bleibt weit

Erstmals seit Jahren steigen die Baugenehmigungen wieder spürbar – bundesweit wie im Südwesten. Doch Experten warnen vor voreiligem Optimismus.

Der deutsche Wohnungsbau zeigt zu Jahresbeginn 2026 zaghafte Erholungszeichen. Laut Statistischem Bundesamt wurden in Januar und Februar bundesweit 41.700 neue Wohnungen genehmigt – ein Plus von 16,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein im Februar stieg die Zahl um rund ein Viertel auf 22.200 Einheiten.

Auch in Baden-Württemberg hat sich die Lage spürbar verbessert. Im Jahr 2025 wurden im Südwesten laut Statistischem Landesamt insgesamt 29.567 Wohnungen genehmigt – zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Damit setzt sich ein zaghaltes Comeback fort: Nach dem Höchststand von über 50.000 genehmigten Wohnungen im Jahr 2022 war die Zahl in den Folgejahren stark eingebrochen – auf 35.481 im Jahr 2023 und nur noch 26.969 im Jahr 2024.

Wohnungsbau im Südwesten

Besonders deutlich erholt hat sich das Segment der Einfamilienhäuser: Mit 5.308 Genehmigungen verzeichnete dieser Bereich ein Plus von 28 Prozent. Mehrfamilienhäuser blieben mit 14.482 Genehmigungen zwar die stärkste Kategorie, wuchsen aber moderater um acht Prozent. Zweifamilienhäuser hingegen lagen leicht im Minus.

Regional stach der Ortenaukreis mit 1.223 genehmigten Wohnungen hervor, knapp vor dem Landkreis Heilbronn (1.221) und dem Landkreis Böblingen (1.107). Die stärksten prozentualen Zuwächse verzeichneten der Schwarzwald-Baar-Kreis, der Zollernalbkreis und der Enzkreis mit jeweils rund 70 Prozent mehr Genehmigungen als im Vorjahr. Den größten Rückgang gab es in Mannheim, wo die Genehmigungszahlen von 682 auf 363 halbierten.

Bauturbo noch mit wenig Wirkung

Bundesweit mahnt die Bauindustrie jedoch zur Vorsicht: Hohe Kosten, Bürokratie und Finanzierungshürden verhinderten vielerorts den tatsächlichen Baubeginn trotz vorhandener Genehmigung. Zusätzliche Unsicherheit bringt der Irankrieg – steigende Energie- und Rohstoffpreise könnten das Bauen erneut verteuern. Das ifo Institut berichtet von eingetrübter Stimmung im Wohnungsbau – die Sorge vor wieder steigenden Zinsen dämpfe Investitionsbereitschaft und private Baupläne gleichermaßen.

Politisch setzt die Bundesregierung auf den sogenannten „Bauturbo": Das Gesetz ist am 30. Oktober 2025 in Kraft getreten und soll Gemeinden ermöglichen, Planungs- und Genehmigungsverfahren wesentlich zu beschleunigen Kern ist, dass Kommunen neue Wohnungen bereits nach einer zweimonatigen Prüfung zulassen können – ohne aufwendige Änderung eines Bebauungsplans. In der Praxis gilt die Wirkung derzeit jedoch noch als begrenzt, insbesondere aufgrund einer generell geringen Bautätigkeit.