Es wird 2021 Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg geben!
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Wo wird es in diesem Jahr Weihnachtsmärkte geben?

Es wird 2021 Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg geben. Land, Kommunen und Schausteller haben sich auf einheitliche Regeln geeinigt. Erste Städte und Gemeinden haben nun bereits bekannt gegeben, ob sie für 2021 Weihnachtsmärkte planen.

In vielen Städten und Gemeinden gingen in den letzten Wochen die Diskussionen über mögliche Weihnachtsmärkte los. Dürfen die Weihanchtsmärkte stattfinden und wenn ja, wie sieht das Hygienekonzept aus? Nun haben sich das Land Baden-Württemberg, die Kommunalen Landesverbände und Vertreter der Schaustellerbranche auf Grundregeln geeinigt.

„Die steigende Impfquote ermöglicht es uns, ein Stück zur Normalität zurückzukehren und die für viele Menschen bedeutsame Tradition der Weihnachtsmärkte dieses Jahr stattfinden zu lassen", sagt der Amtschef des Gesundheitsministeriums, Uwe Lahl. "Angesichts der aktuellen vierten Welle der Corona-Pandemie müssen wir jedoch vorsichtig bleiben. Deshalb haben wir uns auf klare und umsetzbare Regeln verständigt.“ Steffen Jäger, Präsident und Hauptgeschäftsführer des Gemeindetags Baden-Württemberg, ist über den Entschluss, Weihnachtsmärkte zu ermöglichen, erfreut, sieht aber auch den Bedarf pragmatische Lösungen für das Hygienekonzept zu finden: 

Wir sind erleichtert, in diesem Jahr Weihnachtsmärkte in den Städten und Gemeinden ermöglichen zu können. Für die Umsetzung der Weihnachtsmärkte ist den Städten und Gemeinden an pragmatischen Lösungen und Konzepten gelegen. Die Hygienekonzepte um die Lösung mit Bändchen zum 3G-Nachweis zu ergänzen, befürworten die Städte und Gemeinden. Bei der geplanten Maskenpflicht muss ein pragmatischer Ansatz erörtert werden. Uns ist wichtig: Durch die Zusammenarbeit von Land, Kommunen sowie Schaustellern und Marktkaufleuten kann den Bürgerinnen und Bürgern auch in Zeiten der Corona-Pandemie mit wenigen Einschränkungen der Besuch von Weihnachtsmärkten sicher ermöglicht werden.

Steffen Jäger

Steffen Jäger über die Möglichkeit von Weihnachtsmärkten im Jahr 2021

Die Regeln für Weihnachtsmärkte 2021

  • Im Rahmen von Weihnachtsmärkten sind der Verkauf von Speisen und Getränken zum sofortigen Verzehr sowie weitere Angebote, die zum Verweilen einladen (zum Beispiel musikalische Darbietungen, Aufbau von Sitzgelegenheiten, Fahrgeschäfte) wie folgt zulässig:
    • Basisstufe: 3G-Pflicht
    • Warnstufe: 3G-Pflicht
    • Alarmstufe: 2G-Pflicht
  • Die hierbei erforderliche Zugangskontrolle kann auch dadurch vom Veranstalter gewährleistet werden, dass den Besucherinnen und Besuchern dieser Angebote nach Kontrolle ihres Impf-, Genesenen- oder Testnachweises ein sichtbarer Nachweis über die Kontrolle zur Verfügung gestellt wird, beispielsweise ein Bändchen für das Handgelenk oder indem der Einlass ausschließlich für Personen mit 3G- beziehungsweise 2G-Nachweis an bestimmten Punkten eines umzäunten Geländes erfolgt.
  • Dieser Nachweis berechtigt zum Besuch der Unterhaltungs- und sonstiger Verweilangebote sowie von Ständen, die Speisen und Getränke zum sofortigen Verzehr anbieten und muss vom jeweiligen Anbieter vor Inanspruchnahme des Angebotes kontrolliert werden. 
  • Auch in den Hygienekonzepten sind Angaben zur Ausgestaltung dieser Zugangsregelung vom Veranstalter aufzunehmen.
  • Für den Besuch der Warenverkaufsstände ist ein 3G-Nachweis nicht erforderlich. Dies gilt auch für den Verkauf von Lebensmitteln, die grundsätzlich nicht zum sofortigen Verzehr vorgesehen sind (in der Regel abgepackte Lebensmittel).
  • Bei gemischtem Verkauf von Speisen, Getränken und sonstigen Waren gilt die 3G-Nachweispflicht für das gesamte Angebot.
  • Im Übrigen gilt – da der Abstand auf Weihnachtsmärkten nicht zuverlässig eingehalten werden kann – generell die Maskenpflicht.

Hier werden Weihnachtsmärkte stattfinden

Viele Städte und Gemeinden haben sich bereits dazu entschieden einen Weihnachtsmarkt auf die Beine zu stellen. So etwa Schwäbisch Gmünd, Freiburg, Esslingen, Mannheim und Heidelberg. Auch der Weihnachtsmarkt der Raumschaft in der Gemeinde Haslach im Kinzigtal wird stattfinden. Die Stadtverwaltung unterstützt die Raumschaft bei der Umsetzung des Hygienekonzepts. Der Weihnachtsmarkt solle in diesem Jahr deutlich weiträumiger angelegt werden, damit ein Abstand halten möglich sei. Auf einer Sitzung Anfang November solle das genaue Konzept definiert werden. 

Auch in Hausach wird der traditionelle Weihnachtswald aufgebaut werden. Neue Konzepte für die Weihnachtsmärkte werden in Gutach und im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof ausgearbeitet. Der beliebte Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht wird ebenfalls stattfinden. Der Ticketverkauf soll am 15. Oktober starten. Besucher müssen ihre Tickets im Voraus für ein bestimmtes Zeitfenster buchen. 

Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht

Heilbronn und Sinsheim sehen Regelungen noch skeptisch

Unsicherheit über die Umsetzung der vorgestellten Regelungen äußerte die Stadtverwaltung in Heilbronn. Da sich der Käthchen-Weihnachtsmarkt durch die Gassen der Innenstadt ziehe, seien Einlasskontrollen nicht möglich. Die Lösung mit Bändchen für Geimpfte, Getestete und Genesene war bei einer Veranstaltung im Sommer dagegen in die bundesweite Kritik geraten. In Sinsheim hat man sich bereits vor der Ankündigung des Landes für einen Weihnachtsmarkt in diesem Jahr entschieden. Doch auch hier stoßen die gefundenen Regelungen auf Skepsis. Die Stadtverwaltung rechnet mit einem enormen Organisationsaufwand. 

Einige Weihnachtsmärkte wurden abgesagt

Einige Kommunen hatten schon vor Veröffentlichung der Corona-Regeln darüber entschieden, ob sie einen Weihnachtsmarkt für diesen Winter planen. Die Gemeinde Kippenheim etwa gab bekannt, dass sie auch 2021 keinen Weihnachtsmarkt haben werde. Der Gemeinderat hatte sich am Mittwoch gegen die Veranstaltung entschieden. Mehrheitlich konnten sich die Kommunalpolitiker nicht vorstellen, dass die gewohnte Stimmung unter Einhaltung der Hygieneregeln aufkommen könne. Zudem sei die Überprüfung der Hygieneregeln durch die Gemeindeverwaltung nicht zu leisten. Auch Sulzburg hat seinen Weihnachtsmarkt schon vor Bekanntgabe der Regelungen durch das Land abgesagt. Ein Alternativprogramm solle es in der Adventszeit jedoch geben. Ähnlich sieht es in Plankstadt aus. Der Weihnachtsmarkt ist zwar abgesagt. Dafür sollen Vereine aber aber Dekogegenstände und Speisen an Ständen auf dem Wochenmarkt verkaufen dürfen. Auch im letzten Jahr habe es bereits zwei solcher Stände gegeben, an denen Vereine Plätzchen und Weihnachtsdeko verkauften. Diese hätten sich bewährt.

Ebenfalls aus organisatorischen und personellen Gründen sagte Hirschberg an der Bergstraße seinen Weihanchtsmarkt in Leutershausen ab. Der Weihnachtsmarkt findet traditionell am ersten Adventswochenende statt und zieht einige hundert Besucher an. Ein Hygienekonzept aufzustellen und die dazugehörigen Einlasskontrollen durchzuführen sei jedoch für die Organisationsgemeinschaft nicht zu stemmen.