Netze BW-Kommunalberater Andreas Stampfer (r.) zeigt Bürgermeister Stefan Martus die Vorteile digitaler Wasserzähler. auf einer Treppe im Rathaus.
Netze BW-Kommunalberater Andreas Stampfer (r.) zeigt Bürgermeister Stefan Martus die Vorteile digitaler Wasserzähler.
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Philippsburg setzt auf die digitale Zukunft

14. Oktober 2026
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Digitale Wasserzähler erkennen Lecks, kommunale Gebäude melden Energieverschwendung und Straßenschäden werden automatisch registriert. Wie eine Stadt und ihr Bürgermeister konsequent auf Digitalisierung setzen – und damit langfristig Kosten sparen.

Schon mit 16 Jahren baute Stefan Martus zu Hause seinen ersten Computer zusammen. Die Begeisterung für Technik hat den Bürgermeister von Philippsburg nicht mehr losgelassen. „Als ich 2005 ins Amt gewählt wurde, war IT längst mein Steckenpferd.“ Heute geht es ihm um weit mehr als Computertechnik – Schritt für Schritt digitalisiert er die kommunalen Prozesse der Stadt mit knapp 14.000 Einwohnern und ist damit ein digitaler Vorreiter.

Digitale Wasserzähler machen Ablesekarten unnötig

Ein wichtiges Werkzeug dafür ist LoRaWAN® (Long Range Wide Area Network). Das strahlungsarme Funknetz überträgt kleine Datenmengen energiesparend über weite Strecken. Philippsburg nutzt vier Gateways der Netze BW Sparte Dienstleistungen, um beispielsweise Verbrauchsdaten der digitalen Wasserzähler von diginamic, einer Lösung des Messstellenbetriebs der Netze BW, verschlüsselt zu übertragen. Mit der Software diginamic.metering werden alle Zählerdaten zentral verwaltet und auf einer Plattform zusammengeführt. Die Stadt hat damit jederzeit einen aktuellen Überblick über den gesamten Zählerbestand. Dank der direkten Schnittstelle zum Abrechnungssystem können Verwaltungsabläufe deutlich vereinfacht werden.

In der Kernstadt werden aktuell rund 1.800 Wasserzähler gegen fernauslesbare, digitale Geräte getauscht. Das erspart nicht nur das Ablesen und Übertragen von Zählerständen. Das System erkennt auch ungewöhnliche Verbrauchsspitzen – zum Beispiel bei undichten Leitungen. Die Stadt kann damit Bürgerinnen und Bürger informieren, bevor die Wasserrechnung steigt.

Für Martus zählen auch die Kostenvorteile. Er rechnet damit, langfristig jährlich etwa 20.000 bis 25.000 Euro durch die digitale Lösung einsparen zu können. Auch die Investition in die Technik selbst rechnet sich. Die neuen Ultraschallwasserzähler können unter Berücksichtigung des Stichprobenverfahrens statt sechs künftig bis zu zwölf Jahre eingesetzt werden.

Alle Daten im Blick

Der nächste digitale Schritt, den Philippsburg in Angriff nimmt, ist das kommunale Energiemanagement der Netze BW Sparte Dienstleistungen. „Künftig sollen möglichst alle Verbrauchszähler kommunaler Gebäude in dem System angebunden sein“, sagt Martus. Auffälligkeiten werden dann schnell sichtbar – eine Lüftungsanlage, die über die Ferien weiterläuft, eine vergessene Nachtabsenkung oder Licht, das nach Feierabend immer noch an ist.

Entscheidend sind für uns die langfristigen Einspareffekte. Mit digitalen Lösungen gewinnen wir wertvolle Transparenz über unsere Infrastruktur und können Ressourcen deutlich effizienter einsetzen.

Stefan Martus, Bürgermeister der Stadt Philippsburg.

Auch jenseits von LoRaWAN® setzt Philippsburg auf digitale Helfer. Mit vialytics, einer Lösung der vialytics GmbH, werden Straßenschäden automatisch erkannt – so kann die Stadt Sanierungen gezielter planen und Ressourcen bei der Erfassung und Bewertung von Schäden einsparen.

Dass sich manche digitalen Investitionen erst nach einigen Jahren rechnen, schreckt Martus nicht ab: „Entscheidend sind die langfristigen Einspareffekte.“ An seiner Lust, technische Möglichkeiten auszutesten, hat sich seit seinem ersten selbst gebauten Rechner also wenig geändert.

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